Vernissage, des Großstädters liebstes Kind.
In regelmäßigen Abständen, treffen Großstädter gewollt aufeinander. Sie treffen sich in kleinen, mittleren oder größeren Gruppen, um ihren sozial-kulturellen Bedürfnissen nachzukommen. Dies passiert manchmal auf nette und charmante, mitunter auch auf zynisch, ironische Weise in Etablissements, (wer kennt eigentlich noch diesen Ausdruck, alle vor 1960 Geborenen.) die groß rausgeputzt in hellstem Licht daherkommen. Und Gott gebe, dass die eigene „Schönheit” und Intellektualität für diese „Zwecke” ausreichend ist.

Aber Prosit, es gibt da ja auch noch die – KUNST -, die Hauptsache, derentwegen sich alle versammelt haben.

Zum Zeitpunkt der Vernissage ist die Schönheit des künstlerischen Moments vergessen, das Dahinfließen des eigenen Selbst im Schaffensprozess, die überaus große Freude bei der Entdeckung einer Idee oder Vernetzung mit dem schon Vorhandenen sind jetzt, und hier nicht mehr wichtig. Die fertigen Produkte der fragilen Künstlerseelen hängen an der Wand und treten in eine Welt ein, in der ganz andere Schwerpunkte ihre Wichtigkeit erhalten.
Und schön, dass es immer Menschen geben wird, die etwas zu zeigen haben und sich zeigen möchten, sei es mit Bildern, Objekten, Gesten, Gesichtern, Handtaschen, Galerien und einem Glas Wein in der Hand. Und, da wir ja alle im gleichen Daseins-Strudel gurgeln, gehen wir auch das nächste Mal wieder hin, zur Vernissage und schießen gerne Eventfotos, um nächsten Generationen zeigen können, wer wen so gekannt hat in der Kunstwelt
. . . Anno 2009
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Fotos: Ausstellungseröffnung / Galerie artobes /
Düsseldorf April 2009 / „Bild-Welten”